Mit ein paar anderen Leuten zusammen habe ich ein Musikangebot für die Kids in der Invasion gemacht. Das Angebot bestand aus Instrumentenbau aus Recyclingmaterialien, Tanz, Musizieren, Singen und auch ein paar pädagogischen Inhalten wie Respekt für einander, kooperieren und einander helfen. Es sind dabei schöne Runden entstanden!
Da es viele Angebote gab und es taglich mehr Kinder und Jugendliche wurden, bräuchten wir einen Raum. Die Kolonie stellte uns eine Dach zur Verfügung mit Garten drumherum was wir bei einem Arbeitseinsatz mit Nachbar_innen und Freiwilligen zu einem Kulturzentrum aufgewertet haben.
Und ein paar Wochen später feierten wir ein großes buntes Einweihungsfest…
Seit vorletztem Samstag wohne ich mit zwei wunderbaren und starken Frauen zusammen. Wir durften das Ferienhaus von Albertos Mama beziehen und leben nun das Luxusleben was keine von uns vorher je gelebt hat. Wir wohnen in einem Häuschen auf zwei Etagen mit gemeinschaftlichem Swimmingpool zu einem sehr geringen Preis!!!
Einige von euch interessiert es sicher, wie es denn hier bei mir mit dem pinche Virus aussieht… Nun, es gibt manche Menschen,die sich bereits seit anderthalb Monaten zu Hause einschließen, aber das sind die wenigsten. Seit ca drei Wochen ist Corona auch hier ein großes Thema geworden. Ein kurzer Abriss: wir befinden uns in Phase 3 what ever that means… Ab 8 Uhr ist komplette Ausgangssperre, Alkohol wird nur noch bis 15.00 Uhr verkauft um die Hemmschwelle der Leute, zu klauen, möglichst lange hoch zu halten, es darf nur einzeln eingekauft werden, generell darf das Haus nur fürs Nötigste verlassen werden und niemand soll das Dorf verlassen oder betreten. Nun ist die Kontrolle dieser Maßnahmen jedoch noch sehr spärlich. Es gibt schon relativ viel Polizei – und Militär Präsenz, aber viele Menschen scheißen trotzdem drauf.
La ley seca vs. Alkoholverbot: der Umlauf von alkoholischen Getränken wird komplett eingestellt. Was alle ist,ist alle! Ahhhh, bald kein bier mehr!!!
Seit dreieinhalb Wochen haben sich mehrere Küfas gebildet, die für eine Art Tafel kochen für Menschen, die existenziell von der Coronakrise betroffen sind. In einer von den Küchen engagiert ich mich seit knapp drei Wochen, wenn ich nicht gerade im Urwald unterwegs bin. Wir kochen aktuell für 300 Menschen mittlerweile auch für Personen aus anderen Orten bzw. auch für die Feuerwehr und ihre Freiwilligen. Denn zu allem Überfluss gibt es hier seit einer Woche mehrere große bis gigantische Waldbrände, die nicht zu löschen sind. Ich erzähl das nicht um mich in eurem ansehen zu baden, sondern weil ich die Initiative großartig finde und diese Freiwilligenarbeit gerade die Hälfte meines Alltags bestimmt und somit auch Inhalt der Blogeinträge sein soll. In der Küche sind wir zwischen 20-25 Helfer*innen, wobei aber immer nur ca 10 pro Tag anwesend sind. Der Großteil der Personen kommt aus anderen Ländern und ein noch größerer Teil ist selbst von den Auswirkungen des Coronavirus betroffen. Es kommen viele Spenden von Menschen die „haben“, von Gemüseläden, teils vom Staat und teils auch von außerhalb. Falls ihr ein festes Einkommen habt und gerne etwas geld spenden möchtet, dann gebt mir gerne übers Handy oder ne Mail Bescheid und ich organisiere das gerne. Sicherlich gibt es auch in Deutschland und Spanien ähnliche Initiativen, aber oft traut mensch sich ja nicht irgendwo Geld hin zu schicken ohne konkret zu wissen wofür das sein soll oder ob es auch tatsächlich ankommt. also schreibt mir gerne, wenn ihr finanziell gut gestellt seit und was locker machen möchtet…
Unser Logo
Die Herde in der Küche wurden zu wenige im Laufe der wochen
Nun kochen wir schon über zwei offenen Feuern
Die spenden müssen aussortiert und desinfiziert werden
Sachspenden
Die Küfa (Küche für alle)
Seit drei Wochen wird auch ein Gemeinschaftsgarten bewirtschaftet (den habe ich mir heute an meinem freien Tag einmal angeschaut), damit die Einwohner Tulums die Möglichkeit bekommen ihr Essen selber zu erwirtschaften. In drei Wochen passiert da natürlich noch nicht sooo viel, aber die Leute ackern echt hart! Auch sind wir am überlegen, was wir über die Küche hinaus Unternehmen können, denn vielen Leuten fehlt es nicht nur an essen, sonder gar an einem Dach über dem Kopf. Die Hauptorganisatoren sind am negozieren mit Hauseigentümer*innen und Hotelbesitzer*innen, um eventuell Schlafplätze zu ermöglichen. Wir werden sehen, wie es weitergeht…
Der Gemeinschaftsgarten im AufbauSpendenpaket vom Staat für jeden Haushalt. Na da krieg ma ne 7 köpfige Familie von satt. Und wenn ja, wie lange?
Vor einer Woche haben wir zwei kleine Ausflüge gemacht. Wir haben uns ein paar Maya- Ruinen angeschaut. Fairer Weise musste ich als Touri den dreifachen Eintrittspreis bezahlen, hahaha!
Das in der Mitte ist Maya
Danach waren wir in einem nahegelegenen cenote schwimmen. Das Gefühl dort und der Ort erinnerte mich sehr an Berliner Seen. Es hat mich ne halbe Stunde Überwindung gekostet, aber schlussendlich bin ich mit nem Kopfsprung rein.
Am Nachmittag war ich zu Besuch bei dem Nachbarschaftsprojekt bei uns um die Ecke. SchülerInnen* haben hier die Möglichkeit Creditpunkte zusammen in dem sie sich ein Mal in der Woche für ein paar Stunden in ein soziales Projekt einbringen.
Hocker werden gebaut aus altern Fahrrad – und Autoreifen
Demnach gab es wenig zu tun. Gießen und ein paar Schilder bauen, aber vor allem habe ich eine kleine Rundtour bekommen zur Entstehungsgeschichte. Leider steht das Projekt derzeit still da auch hier alle Versammlungen untersagt wurden. Vllt bekomme ich zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal die Chance mich mehr einzubringen…
Bei einem Ausflug in die nächst größte Stadt hab ich mir eine Gitarre spendiert. Genau zur richtigen Zeit, denn wenn wir nun wettesperrt werden,habe ich wenigstens etwas zu tun bzw. kann ich etwas Musik zur allgemeinen Erheiterung in der Wildnis beitragen.
Mein Schmuckstück
Auf dem Rückweg musste ich noch etwas für euch dokumentieren…
Bei uns wird vor wild gewarnt. Hier vor Jaguars!!!
Nachdem nun also der Coronavirus auch nach Mexiko ubergeschwabbt ist, viele Leute anfangen Panik zu schieben und sämtliche Veranstaltungen abgesagt wurden, haben wir beschlossen in die Wildnis zu ziehen. Seit einer Woche wohnen wir da draußen und kommen alle paar Tage nach Hause zum Einkaufen, Wäsche waschen Geräte aufladen und Katze füttern. Somit kann ich euch gerade ein kleines Update hinterlassen…
In den ersten drei Tagen waren wir zu dritt. Ein Freund von Alberto schloss sich uns an und wir ackerten ziemlich viel. Das Trockenklo ist fertig, inklusive die Türen der kackekammer. Alle noch fehlenden Moskitonetze sind angebracht. Eine Schaukel wurde gebaut.
Der Brunnen ist immer noch nicht beim Wasser angekommen
Nachdem wir dann einen Tag zu Hause waren und zurückkehrten schlossen sich noch zwei weitere Leute an. Wir sind eine bunte Mischung aus zwei Mexikanern, einem Argentinier,einer Österreicherin und mir aus Berlin.
Die Stimmung ist gut. Die Zeit geht schnell rum… Neben der Arbeit gehört das Rauchen, Trinken, Sternegucken und sportmachen mit zum Freizeitprogramm.
Weiterhin wird viel geschafft.
Endlich fertig, nachdem 3 Leute mindestens 10 Stunden verteilt über mehrere Tage daran herumgeschliffen haben.Noch nen toxischen AnstrichOder auch zweiNach fünf Anstrichen ist auch die Küche fast fertig…… und wird benutztFrühstückKiffkomaChill und Bespaßungsort, inklusive Gitarre, slagline, jJonglierbällen und Yogamatte
Geschlafen wird in Hängematten. Ne kurze Siesta geht darin immer, aber die nachtüber daran muss ich mich erst noch gewöhnen. Nun mag ich aber auch nicht mehr auf den Boden ausweichen, denn letzte Nacht hatten wir folgenden Besuch
Der Gute hat Ursula sogar in den finger gestochen. Aahhh
Hier noch etwas, was ich teilen möchte, da es mich wirklich sehr bewegt hat
Obwohl Tulum doch ein sehr touristischer Ort ist, gab es auch hier eine kleine Demo mit anschließenden Redebeiträgen zum internationalen Frauenkampftag. Trotzdem war ich überrascht als ich bei dem Platz vor dem Rathaus ankam, denn es waren vllt. nur 100 Frauen anwesend. Es gab Tanzeinlagen, Poesie, aber auch erschlagende Fakten Zahlen und Bilder. Im letzten halben Jahr gab es im Staat Quintana Roo 25 Femizide und 12 weiterhin vermisste entführte Frauen und Mädchen. Jede einzelne von ihnen wurde benannt, bedacht, betrauert und verewigt. Natürlich war dies eine mir bekannte Tatsache bevor ich nach Mexiko kam, dass hier die Gewalt gegen Frauen und Mädchen mit die höchste in allen Teilen der Welt ist. Jedoch ist der Eindruck, den ich heute bekommen habe viel realer, erdrückend und erschlagender. Die Zahl der ermordeten Frauen hat sich in den letzten zwei Jahren um 137% erhöht. Wir reden hier von mehr als 3000 im letzten Jahr. Von denen 91,1% unaufgeklärt bleiben. Ich musste arg mit den Tränen kämpfen bei all diesen Fakten und einmal mehr ist mir bewusst geworden mit welchen Privilegien Menschen in Europa und vor allem in Deutschland es zu tun haben. Ich bin dankbar diesen Moment mit den anwesenden Frauen geteilt haben zu können und dankbar dafür, dass ich einmal mehr sensibilisiert wurde mit welchen Schwierigkeiten im Leben Menschen aus anderen Teilen der Welt konfrontiert werden. Alles was ich gerade niederschreibe kommt mir unzureichend vor und beschreibt nicht im Ansatz was ich heute gefühlt, gesehen und gehört habe, aber es ist mir wichtig diesen Tag mit euch zu teilen und das Erlebte für mich zu dokumentieren…
„ni una mas!!!“
Folgende Fotos wurden bereits auf Facebook veröffentlicht, sind also schon im Netz…
2 Hektar Land ist echt viel… Das Stück ist mega groß und grün und voller Leguane. Aus Albertos Erzählungen schloss ich, dass noch gar nicht so viel gemacht ist. Demnach war ich positiv überrascht als ich einen Rundgang von ihm bekam. Es stehen bereits das Basis Baumhaus, was als Ort für Workshops oben und als Speisesaal unten dienen soll, die Küche vs. Bar, ein Geräteschuppen mit nem 9m hohen Wasserturm oben drauf von dem aus man den Sonnenuntergang oder die Sternen bestaunen kann , das Toilettenhaus und zwei Grundstrukturen für Baumhäuser als Wohnraum. Nicht wenig oder?! Das erste was getan wird wenn wir ankommen, ist ein Feuer zu machen, damit die Mücken vertrieben werden.
Letzte Woche waren wir damit beschäftigt das Fundament des Speisesaals aufzuschütten mit 7 Kubikmetern Erde. Weil es geregnet hatte und die Erde danach das doppelte wog, haben wir die Decke der Küche zwei Mal weiß gestrichen. Dann durfte ich Mosaiks kleben im Bad, Holzbalken abschleifen und Erdwände matschen. Es ist nicht so, dass ich nicht arbeite auch wenn es auf den Fotos so aussieht, nur mache ich meist die Fotos 😉
Haupthaus, dient später als Speisesaal und Ort für Workshops. Jetzt gerade noch Schlaflager für die Arbeiter_innenDas waren viele Schubkarren und Unmengen an SchweißKüche vs. BarBad, mit Auffangebene für das TrockenkloInnenraumIch dachte immer Kreativarbeit wär nix für mich, aber ich bin mit den Formen und Mustern des Mosaiks ganz schön ausgerastetTadaaaaDann durfte ich dieses tolle Ding erstmals benutzenSchlamm-Zementmischung
An dieser Stelle möchte ich die beiden senyores im Hintergrund erwähnen (ja, ich durfte Fotos machen. Sie fühlten sich glaube geehrt). Die beiden sind Arbeiter und helfen Alberto bei professionelleren Dingen. Außerdem sind sie Maya. Einer von beiden spricht nur sehr wenig Spanisch. Die Sprache der Maya besteht scheinbar aus Worten mit nur sehr wenig Silben. Wie ich das aus den Unterhaltungen heraushören konnte… Und es wird viel geschnallzt und Laute in der Kehle gebildet. Am ersten Tag würde ich etwas angestarrt und beobachtet von den beiden. Eine weiße Frau, die obendrein noch ackert. Das war neu. Aber mittlerweile mögen mich Jose und Oscar sehr gerne, schnacken viel mit mir und bringen mir Maya bei. Jeden Tag ein bisschen…
Von Oscar bekamen wir die Technik gezeigtDoch am Ende haben wir es mit den Händen gemacht. Et voiláPlattformen der ersten zwei Baumhäuser
Nun bin ich also seit einer Woche in Mexiko… Ich muss sagen Tulum ist schon irgendwie ein kleines lateinamerikanisches Berlin. Es gibt zwar viele Touris, aber auch einfach viele Menschen aus aller Welt, die hierher gezogen sind und nun hier leben. Die Auswahl an veganen Restaurants oder zumindest die Option auf tierfreie Speisen ist groß. Ich Versuch natürlich trotzdem bei der traditionellen Küche zu bleiben, da ich ja gerne in scharf bade. Es gibt viele Ateliers, yogastudios, Schwitzhütten und Shops. Da ich etwas außerhalb wohne, finde ich alles sehr angenehm.
Rein theoretisch bräuchte ich nicht aus dem haus gehen, denn täglich kommen hier Menschen mit ihren kleinen Wägelchen vorbei und verkaufen über Gas, Wasser, Brot, Maiskolben eigentlich alles.
So wahnsinnig viel ausgegangen bin ich noch nicht, da ich tatsächlich vom arbeiten immer ziemlich platt bin und mein Bett ab 8 schon nach mir schreit. Doch war ich schon in einer netten Bar und durfte mir eine grandiose Flamenco Einlage anschauen und auf nem Hippie Konzert war ich auch schon,hehe.
Gleich neben an gibt es seit 2 Jahren ein Projekt „der grüne weg“ für welches sich Anwohner_innen einsetzen und es gestalten. Es war früher eine dunkle, deshalb auch gefährliche Straße in der Leute ihren Müll abgeladen haben. Nun haben die Menschen Papayabäume, moringas und viele anderen Pflanzen dort angebaut. Kleine Skulpturen zieren den Weg. Es gibt die Möglichkeit den recycelten Müll dort abzugeben , womit die Leute dann konstruieren.
Eine Bank gebaut aus Plastikflaschen, die wiederum gefüllt sind mit Plastikmüll
In Sachen Recycling kann ich hier echt noch viel lernen!!!
Die Zeugen Jehovas wollten mich schon bekehren, auf dem kleinen Mini Markt war ich einkaufen, ich durfte Moped fahren im Rechtsverkehr und am Strand habe ich mich auch zweimal sehen lassen. Letzteres natürlich nur am Wochenende, denn unter der Woche sind wir immer erst gegen 5/6 zurück. Der Weg dorthin lässt sich in er Sonne ganz gut mit dem Fahrrad bestreiten. Ca. 4km. UND – ich muss noch klarstellen, dass ich ja am karibischen Meer bin und nicht wie peinlicher Weise behauptet am Golf von Mexiko. Demnach hellblaues wunderschönes Wasser.
Die Region um Tulum ist gespickt von unzähligen „cenotes“. Das sind natürlich entstandene Kalksteinhöhlen, die sich mit Süßwasser gefüllt haben und in denen mensch schwimmen, schnorcheln oder tauchen kann. Direkt neben der Ranch gibt es viele davon, aber ich durfte mir einen kleinen versteckten noch von Touristen unberührten cenote anschauen…
Der Eingang zur HöhleViel ist nicht zu erkennen, weil meine kamera das nicht einfangen kann. Aber ich kann euch sagen, es ist ein sehr mystischer ruhiger Ort
So viel möchte ich dazu gar nicht schreiben. Nur soweit: bis zwei Tage vor Abflug war ich eine Woche lang auf der schönen, aber sehr besetzten Insel Mallorca. Die mission-klettern. Und Urlaub vom Urlaub, hehe. Ich zeig euch einfach ein paar Ausschnitte.
Der Weg zum Fels vorbei an SchafherdenKuscheln im OlivenhainDa fraß mir ein Rotkehlchen aus der Hand