Einige von euch interessiert es sicher, wie es denn hier bei mir mit dem pinche Virus aussieht… Nun, es gibt manche Menschen,die sich bereits seit anderthalb Monaten zu Hause einschließen, aber das sind die wenigsten. Seit ca drei Wochen ist Corona auch hier ein großes Thema geworden. Ein kurzer Abriss: wir befinden uns in Phase 3 what ever that means… Ab 8 Uhr ist komplette Ausgangssperre, Alkohol wird nur noch bis 15.00 Uhr verkauft um die Hemmschwelle der Leute, zu klauen, möglichst lange hoch zu halten, es darf nur einzeln eingekauft werden, generell darf das Haus nur fürs Nötigste verlassen werden und niemand soll das Dorf verlassen oder betreten. Nun ist die Kontrolle dieser Maßnahmen jedoch noch sehr spärlich. Es gibt schon relativ viel Polizei – und Militär Präsenz, aber viele Menschen scheißen trotzdem drauf.

Seit dreieinhalb Wochen haben sich mehrere Küfas gebildet, die für eine Art Tafel kochen für Menschen, die existenziell von der Coronakrise betroffen sind. In einer von den Küchen engagiert ich mich seit knapp drei Wochen, wenn ich nicht gerade im Urwald unterwegs bin. Wir kochen aktuell für 300 Menschen mittlerweile auch für Personen aus anderen Orten bzw. auch für die Feuerwehr und ihre Freiwilligen. Denn zu allem Überfluss gibt es hier seit einer Woche mehrere große bis gigantische Waldbrände, die nicht zu löschen sind. Ich erzähl das nicht um mich in eurem ansehen zu baden, sondern weil ich die Initiative großartig finde und diese Freiwilligenarbeit gerade die Hälfte meines Alltags bestimmt und somit auch Inhalt der Blogeinträge sein soll. In der Küche sind wir zwischen 20-25 Helfer*innen, wobei aber immer nur ca 10 pro Tag anwesend sind. Der Großteil der Personen kommt aus anderen Ländern und ein noch größerer Teil ist selbst von den Auswirkungen des Coronavirus betroffen. Es kommen viele Spenden von Menschen die „haben“, von Gemüseläden, teils vom Staat und teils auch von außerhalb. Falls ihr ein festes Einkommen habt und gerne etwas geld spenden möchtet, dann gebt mir gerne übers Handy oder ne Mail Bescheid und ich organisiere das gerne. Sicherlich gibt es auch in Deutschland und Spanien ähnliche Initiativen, aber oft traut mensch sich ja nicht irgendwo Geld hin zu schicken ohne konkret zu wissen wofür das sein soll oder ob es auch tatsächlich ankommt. also schreibt mir gerne, wenn ihr finanziell gut gestellt seit und was locker machen möchtet…

Unser Logo 
Die Herde in der Küche wurden zu wenige im Laufe der wochen 
Nun kochen wir schon über zwei offenen Feuern 

Die spenden müssen aussortiert und desinfiziert werden 
Sachspenden
Seit drei Wochen wird auch ein Gemeinschaftsgarten bewirtschaftet (den habe ich mir heute an meinem freien Tag einmal angeschaut), damit die Einwohner Tulums die Möglichkeit bekommen ihr Essen selber zu erwirtschaften. In drei Wochen passiert da natürlich noch nicht sooo viel, aber die Leute ackern echt hart! Auch sind wir am überlegen, was wir über die Küche hinaus Unternehmen können, denn vielen Leuten fehlt es nicht nur an essen, sonder gar an einem Dach über dem Kopf. Die Hauptorganisatoren sind am negozieren mit Hauseigentümer*innen und Hotelbesitzer*innen, um eventuell Schlafplätze zu ermöglichen. Wir werden sehen, wie es weitergeht…

